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2 Kupferschlacken-Steine

3 Herzblättrige Gemswurz

4 Kirchhof von Sylda

5 Gedenksteine

6 Jakobsweg kurz vor Waldeck

7 Stengelumfassende Taubnessel

8 Erdrauch vor Acker-Steinsame

9 Acker-Steinsame pur

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1 Kirche von Sylda

Die Wasserflaschen in den herum stehenden Kisten verst√§rken meinen Durst. Ich bin so sorglos ohne dieses Wichtige davongezogen. Brauch in der Regel unterwegs auch nichts zu trinken. Wenn ich was dabei habe wird es oft nur durch die Gegend getragen. Doch heute ohne Wasserflasche kommt der Durst und dies hier ist die Gelegenheit dies zu √§ndern. Mit einem lauten: "Guten Tag da bin ich wohl zur Feier zu sp√§t dran" begr√ľ√üe ich die Schwatzenden. "Das ist richtig. Doch zum Aufr√§umen k√∂nnen wir immer einen gebrauchen" kommt die Erwiderung. "Das lassen wir lieber! Aber wenn sie mir bitte ein Flasche Wasser verkaufen k√∂nnten,w√§re ich sehr dankbar. Meine steht n√§mlich zu Hause auf der Garderobe und der Durst meldet sich"! "Das ist kein Problem, dem kann abgeholfen werden" Eine Literflasche Wasser wird mir gereicht. "Was bekommen sie daf√ľr"? "Geben sie mir zwei Euro, aber in klein, habe kein Geld dabei" Ich auch nicht, nur einen F√ľnfer. Der wird aber von einem der Anwesenden dann doch noch klein gemacht. Ich setze mich, etwas abseits der lustigen Truppe, in den Sonnenschein. Betrachte von oben herab, die Gegend. Trinke einen Schluck aus der Flasche. Schon ist die Durstangst verschwunden. Noch einen zweiten Schluck, der nicht sein brauchte.
Die Flasche steckt in der Seitentasche meines Rucksacks. Meinen Stock zur Hand, mit "Sch√∂nen Dank f√ľr ihre Freundlichkeit und noch Spass an der Arbeit", verabschiede ich mich im Vor√ľbergehen, von der noch immer plapperten Truppe der Damen und Herren Getr√§nkeh√§ndler. "Ihnen auch einen guten Weg" schallt es mehrstimmig zur√ľck. Ein freundliches Zunicken zum Abschied von der Burgruine Arnstein.
√úber den Hang der Streuobstwiese, in der der K√∂rner Steinbrech in √ľppiger Vielfalt seine wei√üen Bl√ľten zeigt, das Fr√ľhlings-Fingerkraut √ľberwachsen hat. Sp√§ter auf einen Grasweg unter hohen Pappeln mit wunderbaren Blick auf die von sechs flankierenden Windr√§dern eingefasten dominanten Kirche von Sylda. Menschenleer ist Sylda. Nicht einmal eine Katze l√§sst sich blicken. Spatzen schimpfen in den Hecken. Gepflegte G√§rten und solche die noch darauf warten. Der Kirchhof voller alter schmucker Grabsteine unter alten Linden. B√§nke zum Ruhen. Eine sch√∂ne Kirche mit doppeltem offenen Turmaufsatz, gekr√∂nt von Knauf und Wetterfahne. Versuche mich auf meiner Karte zu orientieren. Suche den Weg nach Walbeck. Bin von der Rolle, die Kirche von Sylda hat keinen Platz gefunden auf meiner Karte. Biege falsch ab. Ein gro√üer Hund mit einem kleinen kr√§ftigen Herrn an der Leine kommt mir entgegen. "Entschuldigen sie bitte, darf ich sie ansprechen" Beide bleiben stehen mustern mich. Ein Kopfnicken von Hund und Herrn. "Bitte, ich m√∂chte nach Walbeck. Bin ich hier richtig"? "Nee, da m√ľssen sie zur√ľck. Bis zur Sonne, da rechts ab, dann immer geradeaus. Erst ist es eine Schotterstra√üe, in der Walbecker-Flur dann Bitumen. Durch den Tunnel. Beim Tierpark kommen sie dann an". "Also zur√ľck". Er sp√ľrt mein Z√∂gern. "Ich bringe sie hin, ist sowieso an meinem Wege". So wandern wir Drei gemeinsam, der gro√üe Hund immer vorneweg durch Sylda. "Da geht's ab, oder da, ach bleiben sie bei mir". so werde ich von den Beiden auf den richtigen Weg nach Waldeck gebracht. Es kommt so wie er beschrieben hat. Erst Schotter, dann Bitumen. Dann auf der H√∂he vor dem Tunnel der die neue B180 unterquert, eine Bank, ein Wegzeichen des Pilgerwegs nach Campostella. Hier wird ein Schluck getrunken, etwas ausgeruht, gepinkelt. Der kalte Wind bringt mich bald wieder auf Trapp. Die Wegb√∂schung voller Acker-Steinsame, Pfeilkresse in Knospe, der Acker-Krummhals, der Erdrauch in Bl√ľte. Hinter einem Elektrozaun weidende Schafe, die, als sie mich entdecken, in wilder Flucht davon st√ľrmen. Pl√∂tzlich  wie auf ein Kommando stehen bleiben. Ohne jegliche weitere Bewegung ihrer K√∂rper, nur der Kopf, die Augen folgen mir, mich vor√ľber ziehen lassen.
Im Tierpark wird gefeiert. Ch√∂re singen, Musik pl√§rrt, 1,50 Euro Eintritt. Heute nichts f√ľr mich. Schnell weiter. √úber den Gutshof zum Planteurhaus. Eine Einkehr hier, wird verdr√§ngt. Die Sonne meint es gut, der Wind ist verschwunden. Eine Bank am Teich wird zur Mittagsrast genutzt, mein Apfel verzehrt. Ein Entenpaar taucht auf. Von wegen Futter! Das brauch ich selber. Beleidigt drehen sie, nach kurzem Lauern, wieder ab. Zigarettenrauch zieht √ľbers Wasser, treibt mich weiter.  
Der √Ėlgrundgraben zu meiner Rechten begleitet mich.
Zur Linken bl√ľht die Weichselkirsche, die Gro√üe Sternmiere, kurz vor Ober-Wiederstedt ein Hang voller Fr√ľhlings-Adonisr√∂schen. Bald stehen im ich Park des Novalis. In seinem "Blauem Beet" nur wenig Blau zu finden. Einmal √ľber den Hof, durch den Park. Nun begleitet mich die Wipper bis Hettstedt. Tief in den Grund eingegraben hat sie ihr Bett; wird begleitet von G√§rten, Weg, dem hohen Bahndamm. Etwas m√ľde Beine habe ich schon, als ich Hettstedt erreiche. Zimmersuche ist angesagt.

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10 am √Ėlgrundgraben weiden Schafe

11 die Herde steht!

12 Vergessens