WillkommenWanderungenWanderstreckenGasth├ĄuserServiceKontakt

Seite 3 

1 Hasengl├Âckchen

Vorbei an einem ausgeschilderten Aussichtspunkt auf Ort und Schloss Ballenstedt. Hier steht im hohen Gras das Hasengl├Âckchen, das Sch├Âllkraut in Bl├╝te. Bald tauchen Hallen, Geb├Ąude des Industriegebietes von Ballenstedt auf. Ziemlich triste Gegend. Die Kreisstra├če bringt mich nach Ballenstedt. Hier wird gewerkelt, vor dem "Unterturm" der den n├Ârdlichsten Punkt der Stadtmauer anzeigt entsteht ein neuer Kreisel. Der soll den Durchgangsverkehr der B 185 etwas ordnen. Daneben ein Protestband das mehr fordert. Eine Umgehungsstra├če wird verlangt. Schnell lasse ich Baustelle, die Protestler hinter mir. Durch enge, mit alten Steinen gepflasterten Stra├čen gelange ich zur Stra├če nach Opperode. Gerade gegen├╝ber eine bl├╝hende Reihe von Zier├Ąpfeln rechts der Stra├če. Dahinter ein viereckiger Turm auf der H├Âhe im Wald. Unter so einer wunderbaren Reihe von rot bl├╝henden Apfelb├Ąumen bin ich noch nie gelaufen. Auch wenn es Umweg bedeutet, das ist mein Weg! Genussvoll schlendere ich darunter hin. Erst als die Pracht der Apfelb├Ąume endet biege ich auf einen Feldweg in meine Richtung Opperode ab. Quere einen kleinen Bach, suche den Weg zum Bismarckturm auf dem Stahlsberg. Dr├╝cke einen Stempel der Harzer-Wandernadel in mein Wanderheft, steig hinauf. Die Aussicht ist etwas eingeschr├Ąnkt. Die B├Ąume zu hoch oder der Turm zu niedrig! Je nach dem wie man die Sache betrachtet. Schnell bin ich wieder unten, stolpere quer durch den Wald, renne nicht wieder den ausgeschilderten weiten Herweg. Im Unterholz breitet sich die Gelbe Taubnessel aus. Hummeln besuchen ihre Bl├╝ten, brummen vor mir her. Treffe bald wieder auf meinen Wanderweg.
Am Altem Kohlenschacht die n├Ąchste Stempelstelle der Harzer Wandernadel. ├ťber den Pastor Hohenberg trudele ich in Meisdorf ein. Es ist kurz vor Drei als ich ├╝ber die Selkebr├╝cke zur Bushaltestelle laufe. Ziemlich einsam steht der kleine Unterstand am gro├čem Parkplatz neben der Stra├če. Der Fahrplan verr├Ąt mir, dass ich noch eine Wartezeit von 90 Minuten verbringen muss, bis ich in den Bus einsteigen kann der mich zur├╝ck nach Gernrode bringen wird. Schwanke mit meinen Gedanken: Renne ich noch ├╝ber den Friedrichshohenberg zur Konradsburg, von dort nach Ermsleben um dort in den Bus zu steigen.  Nein, keine wilde Jagd zum Bus. Schaue mir in der Wartezeit lieber das Umfeld von Meisdorf an.
Stempele noch am Mausoleum der Asseburger. Betrachte die "Strulle", einen wiederhergerichteten Quellbrunnen, der einen kleinen Wasserstrahl in sein Brunnenbecken pl├Ątschern l├Ąsst. Finde am Wegrand unter einem Haselstrauch jede Menge der chlorophylllosen, schmarotzenden Schuppenwurz (Lathraea squamaria). Sie ├╝berzieht den braunbl├Ąttrigen, nur von wenigen Ahorn-S├Ąmlingen bewachsenen Waldboden mit ihrer rosa Bl├╝tentraube. Ein paar Schritte weiter dr├Ąngt sich die Gro├če Sternmiere ins Licht. Sie startet einen vergeblichen Versuch die eingez├Ąunte, marode Wasser-Aufbereitungs-Anlage aus dem Blick der Vor├╝bergehenden zu nehmen. Wei├če Bl├╝tenkerzen der Rosskastanie, das dunkelrote frische Laub einer Blut-Buche, eine noch winterkahle Esche k├Ânnen das besser. Betrachte das flie├čende Wasser der Selke unterhalb der Bogenbr├╝cke. Die Wasseramsel verschwindet mit wippendem Flug. ├ärgere mich ├╝ber mich selbst. H├Ątte doch weiter gehen m├╝ssen, h├Ątte bestimmt den Bus in Ermsleben noch sicher erreicht. Beim Sitzen im Warteh├Ąuschen kommen solche Gedanken! Ein Bus h├Ąlt auf der Gegenseite. Der Fahrer betrachtet mich mit fragenden Augen. Als ich keine Anstalten mache aufzustehen f├Ąhrt er kopfsch├╝ttelnd weiter. Doch freut er sich als er aus Ermsleben zur├╝ck kommt, ich noch immer da sitze und auf ihn warte. Unsere gemeinsame Reise geht aber nicht, so ich mir das vorstelle, direkt nach Gernrode. Nein, eine kleine Runde durch Meisdorf, ├╝ber Radisleben, verschiedenen Stopps in Ballenstedt werden noch dazwischen geschaltet. Der Selketal-Bahnhof in Gernrode liegt verlassen. Drei Mitfahrer steigen mit mir aus dem Bus. Einsam wartet der Subaru auf mich.
Wann geht meine kleine "Um den Harz"-Reise weiter? Erst einmal stehen neue, andere Wandertermine an. Die Orchideenbl├╝te reizt, verlockt zum Betrachten, treibt zu mich zu ihren Standorten. Wandertermine des Harzklubs m├╝ssen vorgewandert werden. Erst zum Herbst wird es weitergehen, kann ich mich wieder auf den Weg machen. Bis dahin muss ich mich auch entschlie├čen, wie weit der "Harz" f├╝r mich ins "Mansfeldische" hinaus l├Ąuft. Wo ich meine ├Âstliche Linie ziehe, nach S├╝den wandere, um dann in Blankenheim nach Westen abzubiegen. So weit so gut. ├ťberraschungen einbegriffen.

Otto Pake

9 Selkebr├╝cke

10 Bushaltestelle in der Selkeaue

Datei zum Drucken als pdf

Zum ├ľffnen dieser Datei ben├Âtigen Sie den Adobe Acrobat Reader, welchen Sie auf nachfolgender Internetadresse kostenlos herunterladen k├Ânnen: