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2 Wei├čes-Fingerkraut

3 Purpur-Knabenkraut-Wiese

4 Heide-G├╝nsel

5 Pfad am M├╝nchenberg

6 Blick nach Quedlinburg

7 Raue G├Ąnse-Kresse

8 Regenstein-R├Ânneberg-Hoppelberg

9 Bahnhof Gernrode

Seite 2. 

1 L├Ąmmertrift

Ein f├╝nf sch├Âssiger, ziegelroter Fachwerk-Wohnturm. Am n├Ąchsten Haus, gesch├╝tzt vor Sturm, Regen, Schnee und Eis, unter einem weit in den Hof ragenden Hausdach, ein F├╝rst mit Schild zur Rechten, sein Schwert mit der linken Hand umschlossen. Wir folgen dem Tal des Wurmbachs. Steigen neben einer riesigen Pappel links hoch auf den Rumberg, ├╝ber dem sich, an hohen Masten h├Ąngend, die Dr├Ąhte der Starkstromleitung hinzieht. Vom Buschwerk bes├Ąumte Grasfl├Ąchen. Erstes Purpur-Knabenkraut steht ├╝ber dem kurzem Gras. Wei├čes Fingerkraut (Potentilla alba) duckt sich zwischen den Gr├Ąsern. Wandern hin├╝ber zum M├╝nchenberg. Auch hier Purpur-Knabenkraut mit Einsprengsel von Manns-Knabenkraut. Aussichtspunkt "L├Ąmmertrift". Treffen auf eine gro├če mit Spruck, alten abgeschnittenen ├ästen und Zweigen, abgez├Ąunte Freifl├Ąche. Hier der besondere H├Âhepunkt. Hunderte von bl├╝hende Pflanzen des Purpur-Knabenkraut besiedeln die Fl├Ąche. Eine Schutzh├╝tte mit Hinweistafel auf die Vegetation des M├╝nchenbergs. Im Weitergehen in Richtung Galgenberg / Bad Suderode eine vielbl├╝tiger Bestand vom Heide-G├╝nsel (Ajuga genevensis).
H├╝bsche dunkelblaue Schein├Ąhren im nachwachsenden Austrieb des zur├╝ck geschnittenen Wei├čdorns (Crategus).
Im l├╝ckigen, sch├╝tteren Gras die Rosette mit aufragendem Bl├╝tenstielen, die Raue G├Ąnsekresse ( Arabis hirsuta). Ihre kleinen wei├čen, dicht gedr├Ąngten Bl├╝ten mit gelblichen Schlund folgen, sich nickend der Sonne zu wendend, ihrem Lauf. Sonnenkinder!
Im Abw├Ągen, "Einkehr oder Vorbei" kabbeln wir uns ein wenig an der Wirtschaft "Erste B├╝ckm├╝hle" am Steinbach und Stauteich. "Heute nicht" entscheidet Rita. Wieder ein steiler Anstieg zum 243m hohen B├╝ckeberg. Von hier aus nach Nordwesten erscheinen  am Horizont Regenstein, R├Ânneberg, der Hoppelberg wie in Reihe stehende dunkelgr├╝ne Spitzkegel hinter einem gelb wogenden Meer aus Raps. Rotbedachte H├Ąuser der Orte wie eingeschlossene Inseln, oder d├╝mpelte Schiffe im Meer des Rapses. Der nach S├╝dosten liegende aufgelassene gro├če Kalkbruch wird mit Bauschutt und Abraum-Erden verf├╝llt. Kurze Zeit sp├Ąter der Bahnhof von Gernrode. Eine dampfende, qualmende Lokomotive mit grau, gelb, rot farbigen Anh├Ąngern, Waggons, wartet auf das Kommende. Aus dem Selketal kommend, tutet sich ein Triebwagen seinen Weg zum Bahnsteig. Der steht zwar nicht auf dem ausgeh├Ąngten Fahrplan. Macht uns aber nichts. Die Aussage der Kartenverk├Ąuferin langt uns. Nach Quedlinburg geht die Reise. Wir reisen mit! Bezahlen f├╝r die Selketal-Bahnfahrt 4,00 Euro f├╝r uns Zwei. In zockelnder Fahrt brausen wir durch die gelbe Landschaft. Apfelhaine fliegen vorbei, das Landschaftsbild wechselt kurzfristig von gelb in rosa-wei├č. Bunte Buden von bespr├╝hten Garagen. Hohe Eschen dr├Ąngeln sich vor die Doppelt├╝rme der Stiftskirche. Zweimal halten wir an Stra├čen die die Schienen kreuzen. Der Triebwagenf├╝hrer steigt aus, schlie├čt einen schwarzen Kasten, der neben unserem Gleis an einer Wand angeschraubt ist, auf. Dr├╝ckt verschiedene Kn├Âpfe. Steigt ein. Die Stra├čenschranken schlie├čen sich. Geben unserem Triebwagen freie Fahrt. Ein St├╝ckchen hinter der Schranke wiederholt sich das Ganze. Die Schranke ├Âffnet sich gibt dem Verkehr auf der Stra├če freie Fahrt. Noch eimal, am n├Ąchsten Stra├čen├╝bergang, alles wie gehabt. Wenn das immer so ginge! Was w├╝rden sich die Autofahrer freuen. Den Bahnreisenden ins Fluchen ├╝ber die dauernden Stopp bringen. F├╝r uns, auf dieser kurzen Reise, ein ziemlich lustiges Erlebnis! Auf dem Bahnhof Quedlinburg ist das Schild in Richtung Thale schon gezogen. In wenigen Minuten soll es weitergehen. Schnell zum Automaten. Zielort antippen. die geforderten Euro einschmei├čen, schon rattert Fahrkarte und R├╝ckgeld in den abgedeckten Trog.
Noch einmal wiederholen das Ganze, denn die 2,80 Euro gelten nur f├╝r eine Person. Alles klappt tats├Ąchlich schnell und ohne Problem.
Nicht lange dauert es da rattern wir gen Thale.  
Haltepunkt "Musestieg" wird angesagt. "Kommen wir von hier direkt zum Kloster" frage ich einen Mitreisenden. Der nickt: "In f├╝nf Minuten sind sie da". In einer Nebenstra├če wartet unser Auto.

Otto Pake

10 im Selketalexpress

11 Bode in Thale

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