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2 unter Kirschen am Jordan

3 nicht ohne Flei├č, Ausdauer, Zeit

4 Teufelsmauer - Hamburger Wappen

5 vom Schulmeisterberg

6 Rosenk├Ąfer

7 Gallwespen-Kinderstube

8 Wolliger Schneeball

9 der verschwundene Weg!

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1 Woll-Ziest


Ruhepunkt, Ruhegarten um die Kirche. Wei├čbl├╝hender Birnbaum vor dem blutroten Trieb der Blutbuche. Grabplatten umrahmt von G├Ąnsebl├╝mchen (Bellis perennis) in gr├╝ner Wiese. Salweiden am Jordan in hellgr├╝n, zwei schmale, dunkle hoch aufstrebende Serbische Fichten (Picea omorica). Alte, in die Jahre gekommene Stallgeb├Ąude im Hintergrund. Ein Denkmal f├╝r die Gefallenen der letzten Kriege.
F├╝r ein kleines Wegest├╝ck durch den Ort verschwindet der Jordan aus dem Blick. Taucht aber hinter den Wiesen, dem Klein-Gartengel├Ąnde bald wieder auf. Heitere Blicke in verspielte, s├╝├če G├Ąrten. Die Aubretien, die Blaukissen in wei├č, rosa und wie ihr Name sagt in blau, schm├╝cken die Gartenwege. Geschnitte Rosenstr├Ąucher.
Wir wechseln hinter der Bachbr├╝cke die Seite des Jordan. Ein super, schmaler Pfad verl├Ąuft am Hang unter knorrigen, lebenden, toten Kirschb├Ąumen im Meer der L├Âwenzahnbl├╝ten. Ein B├╝schel vom silberbl├Ąttrigem Woll-Ziest, auch Esel- oder Hasenohr in der G├Ąrtnersprache, (Stachis byzantina), ein Weggeworfener aus einem der G├Ąrten. Best├Ąnde von Gew├Âhnlichen Kreuz-Labkraut (Crusiata laevipes). Hinter Timmenrode t├╝rmen sich die letzten Sandsteint├╝rme  der Blankenburger Teufelsmauer, das "Hamburger Wappen" auf. Neben der Stra├če eine "Zw├Âlfk├Âpfige" geschnittene Tujahecke, bewacht von einem Terrakotta-J├╝ngling mit Primelkorb. Das Werk eines geduldigen Gartenk├╝nstlers. Vor dem Angelteich zweigt der Weg  zum Schulmeisterberg ab.  Folgen seinen Kamm auf selten begangenen Pfad.  Die Fr├╝he Traubenkirsche (Prunus padus), angebl├╝hter Wolliger Schneeball (Virburnum lantana) begleiten unseren Weg.
Gro├če metallic schimmernde Rosenk├Ąfer an den Bl├╝ten der Traubenkirschen, des Wei├čdorn (Crategus). Rast auf einer einsamen Bank mit Blick zu den W├Ąlder der Berge. Str├Ąucher mit leuchtend roten Gall├Ąpfel. Eine mir unbekannte Kinderstube von Gallwespen. Wenn man denkt, man kann sich auf Wanderkarten verlassen, den aufgedruckten Wegen folgen, sieht man sich entt├Ąuscht. Der Weg ├╝ber den Schulmeisterberg endet abrupt. Die Wiese, durch die er f├╝hrt, ist in eine Ackerfl├Ąche verwandelt. Mais steht jetzt dort wo sich fr├╝her die bunte Wiesen-Vielfalt ausbreitete, der Weg hin├╝ber zum Friedhof Thale verlief. Am Saum der B├╝sche, hart am Ackerrand laufen wir, sto├čen in der Senke auf einen aufgepfl├╝gten Wall zwischen zwei ├äckern. Gelangen so, mal in das Rapsfeld, mal in das Getreidefeld tretend zu dem Feldweg bei den nicht zu ├╝bersehenden Strommasten. Wir sind nicht die Ersten die diesen Weg gew├Ąhlt haben. Es hat sich schon ein kleiner Trampelpfad gebildet, dem leicht zu folgen ist. Frechheit und Eigennutz der Landwirte sind die treibende Kraft, die Wege einfach verschwinden l├Ąsst. Doch abgestimmt wird hier mit den Solen der Wander-Stiefel. Rote Taubnesseln in Masse am Feldweg. Nicht nur das, sondern auch Schutt und anderer biologischer Abfall. Selbst die Taubnesseln k├Ânnen diese Mengen nicht mehr ├╝berwachsen. ├ärger ├╝ber soviel Unverstand treibt die Galle in die Kehle! Auf dem Thaler Friedhof wachsen noch immer die interessanten "Kannenb├Ąume". Eisenrohrgestelle mit verschiedenfarbigen Gie├čkannen beh├Ąngt. Einmalig! Gegen├╝ber vom Friedhofsparkplatz leiten Holzstufen hoch zum 214m hohen "Kahler Berg". Eine Sendeanlage markiert die trockene, kurzgrasige H├Âhe. Nur ein paar Kiefern, Wei├čdorn-S├Ąmlinge dr├Ąngen sich seitlich in die Trockenfl├Ąche. Weit wandert der Blick von hier ├╝ber die D├Ącher von Thale, zum Taleinschnitt zwischen Hexentanzplatz und Rosstrappe. Er markiert den Lauf der Bode, die dem gro├čen Canon des Harzes ihren Erosions-Stempel aufgedr├╝ckt hat. Beim Abstieg durch ein wildes Gewirr von B├╝schen, die mit ihren Ranken, Zweigen, ├ästen den schmalen Pfad immer mehr verengen, unsere Kleidung festh├Ąlt, ist Vorsicht angesagt. In den zwangsl├Ąufigen Entwirrungs-Pausen, bei denen wir versuchen unsere festgehaltenen Hosen und Jacken, ohne gr├Â├čere Sch├Ąden zu verursachen, aus den haltenden Dornen und Stacheln wieder zu befreien, fallen uns die braunroten Staubgef├Ą├če des Zweigrifflige Wei├čdorn, am Boden die tiefgeschlitzten Bl├╝ten der Gro├čen Stern-Miere (Stellaria holostea), ins Auge. Auch die schmutzig gelben Bl├╝ten des Acker-Hederich (Raphanus rashanistrum).entdecken wir. Der macht sich an der Geb├╝sch- / Ackerkante breit, bringt mich ein wenig ins Gr├╝beln. Ist schon lange her, dass ich diesen Ackerbewohner zuletzt gesehen habe. Er hat sich in unseren Feldern rar gemacht!

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