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Der Brocken:.. zum 28. Tag Jahrestag: "Freier Brocken". 

Der erste Advent brachte die erste geschlossene Schneedecke des Winters. Meine Verabredung mit Horst stand. Um 9:00 Uhr stand er mit seinem neuen Yeti, so'n kleiner SUV vom "Gefl├╝gelten Stern" vor meiner T├╝r. Mit zwei Wanderst├Âcken in der Hand trat ich zu ihm. "Brauchst du einen Stock"? "Nein habe ich selbst dabei. Heute bei dem Wetter nehme ich die beiden "Alus". Vier Festpunkte sind mir lieber als die drei, Wanderstock und Beine. Denn so ein bisschen unsicher bin schon ich bei dem Schnee". Also bleibt einer meiner Wanderst├Âcke im Auto liegen als wir vom Torfhaus gegen 9:20 los laufen. Hier liegt doppelt so viel Schnee wie bei uns. Horst geht auf Nummer sicher vor rangierenden Autofahrern, parkt den Yeti weit weg von den anderen schon auf dem Parkplatz abgestellten, Autos. Ein Sprung ├╝ber den vom Schneepflug aufgeschobenen Schneewall am Stra├čenrand. Den Schwung des Sprunges mit ├╝ber die Stra├če nehmend saust Horst, mit beidseitigen Stockeinsatz, dem Brocken entgegen. Brav dackele ich ihm hinterher. Wenn der so weiter macht, wird das eine schwitzige Tour, geistert der Gedanke durch meinen Kopf. Bald werden seine Schritte aber ruhiger und ich kann locker seinem Tempo folgen. Der Weg entlang am Abbegraben ist wunderbar. Wei├č eingeschneit, die kleinen Fichten mit Schneehauben bekr├Ânt, die toten alten umgest├╝rzten Fichtenst├Ąmme mit der wei├čen Pracht ├╝berzuckert. Ein abgestorbener, nun auf halber H├Âhe abgebrochener Fichtenstamm, mit vielen Fruchttellern des Rotrandigen Baumschwamm bewachsen, die mit einer spitzen wei├čen Schneehaube versehen, wie Schneem├╝tzen tragende, schweigende  Zwerge, uns betrachten. Die Wurzelteller der Umgest├╝rzten vom letzten oder vorletztem Sturm haben Teile der Grabenbrust des Abbegrabens einfach mit in die H├Âhe gerissen. Dicke Ufersteine h├Ąngen in den wirren Wurzeln der flachen Standfl├Ąchen, umgefallender, gestorbener Fichten. Von allein werden die dicken Steine nicht zur├╝ckkehren an ihren urspr├╝nglichen Standort. Wie lange wird die Grabenbrust auf die R├╝ckkehrer warten m├╝ssen? Gut, dass heute alles h├╝bsch im Schnee verpackt, vieles was im Fr├╝hjahr ans Licht kommt, versteckt ist. Der NP, die Oberharzer Wasserwirtschaft steht vor gro├čen Auf- und Ausgaben.
Horst sucht den Luchs. Nicht den lebenden, sondern das Kunstobjekt, das hier irgendwo stehen soll. Ist bestimmt eingeschneit. Bestimmt klappt das auf dem R├╝ckweg. Vor uns demmelt, mit zwei Hunden an der Leine, ein P├Ąrchen vor uns hin. Die haben wir bald eingeholt, der Wunsch der Gedanken. Machen wir aber nicht. Sie legen im Schritt zu, halten uns auf Distanz. Erst beim Eckersprung wo die Hunde get├Ątschelt, sie selbst  den Schnee von Jacke und M├╝tze klopfen, eine Pause einlegen, bleiben sie hinter uns. Bisher sind nur wenige Trittspuren von Vorl├Ąufern im Schnee zu sehen gewesen. Wir zweifeln an den angek├╝ndeten 3000 Besuchern die heute zum 28. Jahrestag des Falls der Brockenmauer erscheinen sollen. Das wird nichts mit einem Ansturm der Harzklub-, und anderen Wanderern zu diesem Gedenken. Erst am Anstieg zum Goethe-Bahnhof beginnt ein leichtes Gedr├Ąnge. Wir beide, unter dem Vorausschritt Horst's, ziehen an den Schnaufenden vorbei. Mir wird es warm unter meiner Weste die ich unter meiner Jacke trage. Horst kennt da nichts. Ohne einen Halt marschiert er voran. Erst so 200 Meter nach der H├Âhe, hinter uns ist niemand mehr zu sehen, auf einer folgenden flachen Geraden, sein St├Âhnen: "Das war hart und grenzwertig". Horst schlackert ein wenig hin und her, macht langsamere, kleinere Schritte, betrachtet die verschneiten B├Ąume unter uns im Eckertal, weist mich auf ihre Sch├Ânheiten hin. "Wunderbar wie der Dunst im Tal die B├Ąume umwallt" sagt er zu mir. Ich betrachte Tal und Dunst. Er jedoch, hat seinen strammen Schritt schon wieder aufgenommen, ist schon davon geeilt.

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