WillkommenWanderungenWanderstreckenGasth├ĄuserServiceKontakt

2 Nesselbl├Ąttrige Glockenblume

3 Breitstirnblasenkopffliege

4 Rostfarbene Dickkopf

5 Langbl├Ąttrige Hasenohr

6 Biene / Jakobs-Greiskraut

7 Schachbrett

8 abgeerntet

9 abger├Ąumt

10 Randflora

11 Schmei├čfliege

12 Treff

Zur├╝ck  zum

Butterberg-Spaziergang im Juli 

1 Butterbergwiese

Im Juli meide ich meist den Butterberg. Nur noch wenig bl├╝ht im Schatten der Buchen, Eschen, Linden, Eichen, Hainbuchen, des Spitz-, Berg-. und Feld-Ahorn, der Vogelkirschen, Hasel-, Pfaffenh├╝tchen, des Wei├čdorn, den B├╝schen von Hartriegel und Schlehen, den unruhigen Bl├Ąttern der Zitterpappel, des Schwarzen Holunders, der Heckenrosen. Bestimmt habe ich noch verschiedene vergessen die mit ihrem Laub die Sicht vom Kammweg ins Land versperren, f├╝r leichtes D├Ąmmerlicht unter ihrem Blattwerk sorgen. Wenn es dann dunkel wird unter den Bl├Ąttern, der B├Ąrlauch verwelkt, der T├╝rkenbund verbl├╝ht, dadurch schon Herbstbilder auftauchen, dann liebe ich ihn nicht so ganz, meinen Butterberg. In dieser Zeit streife ich durch die Wiesen im Harz, den freien Landschaften der umliegenden Vorberge wie Huy, Fallstein, Harli, der Teufelsmauer, den Gegensteinen. Auch wird ab und an ├╝ber den Harz gesprungen und die Karstlandschaften des S├╝dharzes, der Kyffh├Ąuser erkundet.

Doch heute geht es ├╝ber den Butterberg. Nach ein paar Schritten bin ich schon bei der Abbitte. Im gr├╝nen Schatten leuchtet im zartem Blau die Nesselbl├Ąttrige Glockenblume, der unscheinbare Kohllauch steht in Knospe, bl├╝ht dort schon wo er mehr Licht bekommt. Schnell wird sein gr├╝ner Bl├╝tenstand, der wenige wei├čliche kleine Bl├╝ten tr├Ągt, ├╝bersehen. Die Pfirschbl├Ąttrige Glockenblume ist schon in Samen gegangen, zeigt noch letzte wei├če und blauen Bl├╝ten. Dem T├╝rkenbund geht es ├Ąhnlich, hat schon l├Ąngst seine gefleckten nickenden Bl├╝ten verloren, streckt schon seine befruchteten Samenkapseln in die H├Âhe. Ich trete aus dem Bl├Ątterschatten ins Licht der bl├╝henden Butterbergwiese. Im Sonnenschein flattern Schmetterlinge. Viele der schwebenden Bunten flattern vor mir auf, setzen sich bald wieder. Leuchten aus dem Grase, oder von hoher bl├╝hender Warte. Ein Schwalbenschwanz flattert scheinbar unbeholfen davon; schraubt sich, als ob der Wind extra f├╝r ihn bl├Ąst, auf unsichtbarem Luftstrom in die H├Âhe. Im Nu hat der blaue Himmel ihn verschluckt, ist verschwunden. Daf├╝r bleiben die Anderen.

Schornsteinfeger, Schachbrett, Kohlwei├čling, Tagpfauenauge, Kaisermantel, Sommer-Landk├Ąrtchen, der Rostfarbene Dickkopf fliegen umher, naschen an den Wiesenbl├╝ten. Der Rothalsbock hat sich die Schafgarbe als Ruheplatz ausgesucht. Nebenan, auch auf einem St├Ąngel der Schafgarbe, sitzen gl├Ąnzende gr├╝ne Schmei├čfliegen. Brummen davon als mein Schatten ihnen zu nahe kommt. Eine Grabwespe sonnt sich auf dem Blatt der Nesselbl├Ąttrigen Glockenblume, die Honigbiene saugt am Bl├╝tenboden des Jakobs-Greiskraut. Ein P├Ąrchen der Breitstirnblasenkopffliege hat f├╝r seinen Paarungsplatz den Bl├╝tenkopf der Scabiosen-Flockenblume ausgesucht, die kleinen schwarzen Rapsglanzk├Ąfer die dort auch umher wuseln, auf die Gegenseite verdr├Ąngt. Doch so einfach weichen wollen sie nicht. Immer wieder st├Âren sie das Liebesspiel der viel gr├Â├čeren Breitstirnblasenkopffliegen. Wenn die w├╝ssten was f├╝r einen h├╝bsche Namen sie tragen. Im Bl├╝tenkelch einer Nesselb├Ąttrigen Glockenblume hat eine behaarte Krabbenspinne / Herianeus hirtus ihre Fangstation eingerichtet. Kleine K├Ąfer und eine Schwebfliege zeugen von der Klugheit ihrer Entscheidung. Die ausgesaugten Insekten h├Ąngen an den feinen H├Ąrchen der Glockenblumenbl├╝te. Ja, das Leben und Sterben sind dicht beieinander, gewisserma├čen im Einklang im Bl├╝tenkelch der Glockenblume. So ergeht es auch der Wiese mit ihren Gr├Ąsern und farbigen Bl├╝ten. Abgeschnitten und dahin welkend liegen sie nur Tage sp├Ąter am Boden. Kein Falter flattert mehr ├╝ber die vertrocknete Vielfalt. Keine Hummel brummt von Kleebl├╝te zu Kleebl├╝te. Alles ist in ein grau-braun ├╝bergegangen. Das Heu in wei├če Plastikh├╝llen zu Ballen gepresst, aufgeladen und abgefahren. Nur noch braunes Untergras wird von der Sommersonne beschienen. Doch nicht alles hat das M├Ąhwerk erfasst. Am Waldrand bl├╝ht noch ein schmaler Streifen. Der purpurfarbene Wirbel Dost, das Wiesen-Labkraut in wei├č, das Langbl├Ąttrige Hasenohr in gelb, in hellblau Witwenblume und Scabiose. Ein paar Wiesen- und Scabiosen Flockenblumen sind auch noch da. Der Acker-Fl├╝gelkn├Âterich auf dem Rohboden am Ackerrand, auch Luzerne und Bitterkraut schieben ihre Ranken, ihre Bl├╝tenst├Ąngel zwischen den kurzen Trieben von Hartriegel und Schlehen ins Sonnenlicht. Bieten den verblieben Faltern, den K├Ąfern und Fliegen, Hummeln, Wespen, Bienen letzte Nahrung. Nach einem Regenguss zeigen die Gr├Ąser schon wieder neue gr├╝ne Blattspitzen. Mitten in der wieder ergr├╝nenden Wiese erscheinen die wei├čen H├╝te der Wiesen-Champignon. Auch der Netzstielige Hexenr├Âhrling gibt sich die Ehre. Unter den B├Ąumen dr├Ąngeln sich die verzweigten, hellen ├äste der Steifen Koralle auf und zwischen alten Holzresten, bilden teilweise richtige kleine Gruppen am Wege. Der von mir verschm├Ąhte Butterberg hat mir sein Juli-Gesicht gezeigt. Hat mir gezeigt, dass er f├╝r einen Besuch, eine kleine Wanderung immer eine Vielfalt an Sehenswerten zu bieten hat. Nur sehen muss man es halt.

Otto Pake

13 Kaisermantel

14 Behaarte Krabbenspinne

15 Grabwespe

16 Kohllauch

17 Rothalsbock

18 Sommer-Landk├Ąrtchen

19 Wiesen-Champignon

20 Netzstielige Hexenr├Âhrling

21 Steife Koralle

 Datei zum Drucken als pdf

Zum ├ľffnen dieser Datei ben├Âtigen Sie den Adobe Acrobat Reader, welchen Sie auf nachfolgender Internetadresse kostenlos herunterladen k├Ânnen: