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17 der Jakobsborn

18 Acker-Gauchheil

19 Dreizähniges Knabenkraut

20 Brand-Knabenkraut

21 ein Besonderer!

22 Spinnen-Ragwurz

23 Sommer-Adonis

Seite 3 

16 Heide-Günsel

Der Jakobsborn im Zustand der Erbärmlichkeit. So ist er kein Wanderziel mehr. Zerstört und versaut, dazwischen ein kleines Rinnsal. Nee, brauch man nicht. Dafür wird es auf dem Weg hinunter zur Wipper nach Günserode wieder schön. Bei der "Lindenaussicht" stehen die Blüten der Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera) wie getarnte Soldaten im schütterem Gras, zwischen dem blühendem Hornklee. Entlang der Wipper, gegen ihren Strom wandern wir zurück. Steigen wieder zur Höhe hoch. Stolpern über die dunkelrote Blattrosette der Braunroten Stendelwurz (Epipactis atrorubens). Rasten noch einmal inmitten der blühenden Orchideenpracht. "So ein schöner Tag, was für ein Erlebnis, hätte ich nie erwartet. Könnte meinen man ist durchs Paradies gewandert. Der Hang war ja anspruchsvoll, doch dann war es einfach nur schön", lobt mich eine der mitgekommenen Damen.
Balsam für mein Herz. "Danke".
"Wenn Ihr noch zu einem weiteren Höhepunkt möchtet, ein Weg von ca. 2 1/2 km ist da noch zu laufen, zeige ich euch noch den Frauenschuh. Ihn blühend anzutreffen kann ich nicht versprechen, doch in Knospe müsste er schon stehen. Wollen wir"? Wir wollen. Jetzt kommen Jürgens Sorgen zurück. Der Tank in seinem Auto ist immer noch leer. "Ist es weit bis dahin? Nicht das ich da stehe und mein Sprit ist alle. Denkst du daran"? "Ich denke daran, mach dir keine Sorgen. Ein weiter Umweg ist das sowieso nicht"! Jürgen zuckt mit den  Schultern, ergibt sich dem Schicksal, zumal ihm seine angetraute Helga tröstet: "Der Sprit reicht bestimmt noch".
An der Umgehungsstraße am Abzweig zum alten Bahnhof Göllingen lassen wir die Autos stehen. Wandern nach Süden den Feldweg entlang Richtung Heidelberg/Hainleite. Finden am Hang des Weges viele, viele Zweiblätter (Listera ovata). Sie haben den Blütentrieb schon entwickelt, halten die Knospen noch geschlossen. Erreichen den Wald. "Jetzt heißt es aufpassen. Hier in der Nähe stehen sie, die Frauenschuhe, wer findet sie zuerst"? So lasse ich die Gespräche verstummen. Alles sucht mit den Augen nach den Raritäten. "Sind wir nicht schon vorbei" fragt Rita, die auch weiß wo sie stehen. Sie hat aufgepasst und recht. Vorbei sind wir zwar und keinem von uns sind sie aufgefallen. Von hinten, dort wo die Böschung niedriger wird, führe ich meine Neugierigen auf kleinem Trampelpfad zu den noch in Knospe stehenden Pflanzen. Noch halten ihre purpur-braunen Blütenblätter die zum Schuh geformte gelbe Lippe ihrer Blüte bedeckt. So ist sie noch schwer im umgebenen übrigen Grün auszumachen. Ein, zwei Horste sind schon etwas weiter, zeigen schon etwas vom Gelb des Schuhes, der Lippe, die zu Ihrem Namen führte. "Achtet nur wo ihr eure Füße hinsetzt. Trittfest sind die Pflanzen nicht und Schaden wollen wir ihnen nicht antun. Also passt auf auf eure Füße"! Meine wiederholte Aufforderung zur Vorsicht. So bewundern wir die sich entwickelnde Frauenschuhe. Wir sind dabei den Rückweg anzutreten, da fährt langsam hinter uns ein Pickup auf dem Waldweg vorbei. Sieht unsere Bewegung im Wald. Hält. Eine junge Frau steigt aus, ihr stabiler Begleiter und Fahrer auch. Kommen auf uns zu. Die junge Frau stellt sich höflich als Revierleiterin des Forstes vor, nennt ihren Namen und fragt uns mit strenger Miene was wir hier suchen. Ich weise auf die Orchideen und stelle mich ebenfalls vor. "Wir sind von Bad Harzburg hierher gereist um uns die Orchideen im Wipperdurchbruch anzusehen. Bin Naturschutzwart vom Harzklub-Zweigverein.

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