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Sonnabend 3 

Hinter einer Ansammlung von Granitblöcken eine Sandstein-Schmucktafel, ein Gedenkstein an Frau Maria Wunderlich, einer Schusterfrau aus Rügiswalde. Ihr wurde nach einem Besuch bei Pestkranken die Rückkehr in die Stadt ( Sebnitz) verweigert.  Hier hauste sie ganz allein im Wald. Versorgt von Mitleidigen aus Familie und Freundeskreis. Die Einsamkeit, die Verzweiflung brachte ihr den frühen Tod. Sie verstarb im Alter von 31 Jahren an diesem Ort.
Schaurige Geschichte. Nicht mehr weit ist es zum Restaurant "Flowers" im Soli-Vital. Unser Abgeordneter verwundert, dass wir am Ungerturm zwar als erste gestartet sind, nun aber als letzte Wandergruppe  im Saal bei der Essenausgabe ankommen.
Die Reihen der Wanderer haben sich schon kräftig gelichtet. Sind schon "Abgefüttert", schon unterwegs zur Stadt. Wir werden auch noch satt. verlassen als eine der letzten Besucher das Soli-Vital.
Ziehen die Köpfe ein, als ein aufkreischendes Fluggerät, von einem jungen Mann an einem Seil gehalten, immer wieder an uns vorüber kreischend seine Kreise zieht. Bleibt nur ein Kopfschütteln über so eine Freude die hier gepflegt wird. Schnell weiter!
In der Ev. Kirche beginnt um 17 Uhr ein Konzert des Ludwig Güttler Ensemble. Das möchten wir mit Gabi und Karl erleben. Gabi kauft die Konzertkarten mit Blick auf die Künstler. In der Kirche können Säulen die Sicht auf sie versperren. Wir wollen aber nicht nur hören sondern die Künstler, vor allem Güttlers Trompetenspiel beobachten. Kaufen deshalb die teureren Eintrittskarten. 26? pro Nase kostet der Spaß. Die Kirche ist noch schwach gefüllt als wir unsere Plätze einnehmen. Bekommen die Plätze neben einer Säule zugewiesen. Die letzten Plätze der Teuren mit Sicht auf die Spielenden. Vor uns unbesetzte Reihen. "Da haben wir ja mit unserem späten Kauf der Karten ja noch Glück gehabt. Die Vorderen sind schon ausverkauft ", flüstere ich Rita zu. Doch die vorderen Plätze füllen sich nicht. Bleiben leer! Die Dame Kartenverkäuferin kommt zu uns. "Wenn sie möchten können sie nun auch weiter vorn die Plätze einnehmen" säuselt sie uns zu. Wollen wir aber nicht mehr. Haben ja auch etwas Stolz im Leibe. Warum nicht gleich, wir waren doch früh genug da. Nun das Entgegenkommen! Nein das nehmen wir nicht an. Schulterzuckend verlässt uns die Dame.  Mir ist der Spaß des Zuhörens der Trompetenklänge etwas vergangen. Habe den Eindruck das der Trompetenstar Güttler das leistet, deren er sich verpflichtet hat. Er trompetet sich durch's Programm; das war's dann auch schon.
Es regnet leicht als wir die Kirche verlassen. Es regnet stark als wir auf dem Festplatz ankommen. Eine knappe Stunde verbringen wir an der Theke einer Bierbude unter der Markise. Der Regen prasselt herunter. Der Wind treibt den Regen unter unserem Schutzdach. Unser Regenschirm schützt die Hosenbeine nur sehr bedingt. Nach dem Guss, die Bänke und Tische nun wisch-trocken, ergattern wir einen schönen Platz vor der Bühne. Langsam trocknen auch die Hosenbeine. Wir warten auf das Konzert der "Beatles Revival Musik"
eine Musikgruppe aus Böhmen. Technische Probleme sorgen für ein verspätetes Beginnen. Als dann die Lautsprecher erschallen kommt mein Herz aus dem Takt. Es muss seinen Schlag den Bässen die die Musik beherrschen unterordnen. Im Reflex halte ich meine Hände vor die Brust, sie sollen mein Herz vor dem Schlimmsten schützen. Hilft nur ein wenig. Andere Zuhörer klatschen begeistert. Ein Paar tanzt zu dem Lärm der geboten wird.
Wir, nein ich, bin wohl altgeworden. Diese Musik ist nicht mehr meine Welt. Richtig froh bin ich als die Truppe ihre Instrumente einpackt, ihren Lärm beendet. Von mir kommt schon lange kein Beifall mehr. Auch am Programmschluss bleiben meine Hände unbeweglich im Schoß liegen.
Doch die Masse klatscht und jubelt als wären sie in einen Jungbrunnen gefallen! Freue mich an ihrem Glück und auf mein Bett im "Weinberg" in Mittelndorf.