WillkommenWanderungenWanderstreckenGasthäuserServiceKontakt

2 Sommerblumen-

3 Beete in

4 Bad Schandau

5 Elbterrassen

6 vor Mittelndorf

7 Affensteine

8 Gerste mit Kamille

9 ein Nachmittagstraum

10 Kartoffelbl√ľte

11 Zaunlatten

12 Witwenblume

Mittwoch 2 

1 Flößersteig

Als schwer und kritisch wird er beschrieben und beschildert. Wir sind aber gut drauf und so ganz glauben wir nicht an seine Gefährlichkeit. Wir machen uns auf nach Bad Schandau.
Immer direkt am Wasser, unter hohen Felsw√§nden entlang, steigt er mal hoch mal runter, wird mal eng und schmal, dann zertreten und sumpfig. Wenige Wanderer kommen uns entgegen, Wir wundern uns das er als "schwierig" beschrieben wird. Ist ein wunderbarer Wanderweg, so recht nach unseren Herzen. Doch dann kommen die Stellen vor denen gewarnt wird. Drei, vier Passagen die an den Felsw√§nden, mit einem Seil gesichert, hoch √ľber der Kirnitzsch entlang f√ľhren. Diese Passagen sind nicht ganz ohne und der Warnhinweis auch gerechtfertigt. Hunde, die allgegenw√§rtigen "Klapperst√∂cke" sind auf diesen Stellen im Rucksack besser aufgehoben.
Im Kurpark von Bad Schandau, der bald durchlaufen wird, bl√ľhen die ausges√§ten Sommerblumen in voller Pracht. Der Stadtg√§rtner hat was drauf. Geldmangel haben ihn kreativ werden lassen. Es dauert zwar eine ordentliche Weile des Jahres bis sich aus einem Saatkorn eine solche Pracht entwickeln kann, doch eben sind seine Beete un√ľbertroffen. Das kleine St√§dtchen ist vollgepfropft von Besuchern. Kein Platz mehr frei in den Caf√©s, den Eisdielen. Auf dem Marktplatz treffen wir viele Bekannte die unsere Wimpelwandergruppe auf dem Weg nach Paderborn begleiteten. Es wird ein schulterklopfendes Wiedersehen. Ein R√ľckbesinnen auf die sch√∂nen Wandertage des letzten Jahres. Die Verkehrsbetriebe bieten Fahrkarten f√ľr Bus und Kirnitzschtalbahn zum Sonderpreis von 17‚ā¨ die Wanderwoche an. Eine Schlange bildet sich vor der Verkaufsstelle und √ľberzeugt uns, dass diese Karte auch uns Kosten sparen kann, so investieren wir auch die 34‚ā¨. L√∂schen mit einem Weizenbier auf einer der Elbterrassen unseren Durst. Versuchen der im Angebot stehenden heimischen Spezialit√§t, dem "Krautwickel" Geschmack abzugewinnen. Gelingt uns aber nicht.
Rita bringt bessere Kohlrouladen auf den Tisch, denn als nichts anderes entpuppt sich der "Krautwickel! Von unserer Terrasse können wir den Busverkehr beobachten. Bald taucht einer auf der in Richtung Sebnitz fährt. Mit dem reisen wir, mit der eben erworbenen Fahrkarte, zu unserem "Weinberg" in Mittelndorf.

Hier herrscht Ruhetag. Kein Essen und Trinken. Also noch einmal √ľber den Panoramaweg, jetzt in die andere Richtung, nach Altendorf zum "Heiteren Blick". Dort sollen die Portionen gut und preiswert sein, wie uns unsere Wirtsleute versprechen. Der Panoramaweg ist auch in dieser Richtung ein Gl√ľcksfall. Er verl√§uft durch bl√ľhende Wiesen, lichte W√§lder und √Ącker. Besonders eindrucksvoll der ausgesparte Pfad durch einen Kartoffelacker. Mit Holzpf√§hlen ist er von der bewirtschafteten Fl√§che abgetrennt. Links und recht wachsen Kartoffeln. Ihr gr√ľnes Kraut schiebt die ersten Kartoffelbl√ľten √ľber sich hinaus. Wenn man bedenkt das die Kartoffel nur wegen ihrer Bl√ľten einmal ihren weiten Weg von S√ľdamerika nach Europa fand! Sch√∂n ist ihre Bl√ľte immer noch, doch wer pflanzt schon wegen der Bl√ľte Kartoffeln in seinen Garten? Mitgebracht aus ihrer fernen Heimat hat die Kartoffel auch ihren Peiniger, den Kartoffelk√§fer. Der f√ľhlt sich auch hier recht wohl. Seine Raupen beginnen gerade das dunkelgr√ľne Kartoffellaub zu verzehren. Au√üer dem Blattstrunk bleibt da nichts, mit dem sich die Kartoffel weiter ern√§hren kann. Will der Landwirt etwas ernten, muss er t√§tig werden. Als Schulkinder mussten wir den Part √ľbernehmen und K√§fer, Raupen, Larven ab sammeln. Soll heute einmal ein Landwirt Kinder zum Kartoffelk√§ferabsammeln auf seinen Acker schicken! Am Ortsrand von Altendorf eine Idylle. Zaunpfosten mit T√∂pfen, Tiegeln, Pfannen und anderen dekorativen Utensilien geschm√ľckt. Eine Dame schreit aus dem Fenster ihrem im Garten arbeitenden Gatten zu: "Erwin, unter der Linde hocken zwei Landstreicher, warten auf dich". Erwin trollt sich. Trifft uns beim Betrachten der Dekorationen. "Das ist der Spleen meiner Frau, doch sonst ist sie ganz in Ordnung".
Der "Heitere Blick" ist voll besetzt. Die letzten Pl√§tze mit Aussicht ergattern wir beide gerade noch. Bald bildet sich eine regelrechte G√§stewarteschlange. So ber√ľhmt ist der "Heitere Blick" in Altendorf. Spaghetti-Pesto zum Feldschl√∂sschenbier im Schein der tief stehenden Sonne. Ein Heimweg auf dem gleichen Weg zur√ľck durch den milden Abend. Noch einmal bringt das Sonnenlicht die Felsen von Schramm- und Affensteinen zum Strahlen. Sind auf unserem Weg allein. Wieder geht es durch den Kartoffelacker. Hinter der Kuppe zieht der Landwirt mit dem Trecker sein Spritzger√§t √ľber das Feld. Hat wohl auch den Kartoffelk√§ferbefall bemerkt. Will, nein muss seine Ernte retten.  Der Arme hat bestimmt nicht die Abendstimmung auf seiner Seele, in seinem Herzen, sondern vielmehr seinen Ertrag des Kartoffelackers im Kopfe.  So sind die Tage auf der Welt. Die Einen arbeiten, die Anderen schlendern genussvoll durch den Tag. So der Glaube vieler Betrachter. Stimmt aber nicht ganz, denn gearbeitet haben wir auch, vor ein paar Jahren. Und das nicht wenig!
Wir wandern gl√ľcklich zu unserem Bett im "Weinberg".