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Orchideenwanderung... am 1. Mai 2016 

Blasse Knabenkraut

So stand es in unserem Wanderheftchen. Ist ein wenig ├╝bertrieben. Um diese Zeit bl├╝ht erst eine der Orchisarten. Nur das Blasse-, auch Bleiche Knabenkraut steht schon in Bl├╝te. Das ist aber auch so eine Sache, bei warmer Witterung kann es auch schon "durch" sein. Oder der Frost ist dar├╝ber gezogen, dann ist von seiner Sch├Ânheit auch nicht viel ├╝ber geblieben. Was soll's, es bl├╝ht um diese Zeit doch so viel und wer es nur auf die Orchideen abgesehen hat dem bleibt die M├Âglichkeit am 14. Mai mit zur Wipper zu fahren, da bl├╝hen sie dann ganz bestimmt. Doch die Wanderlust wird mit dem Wort: "Orchideen" derma├čen geweckt, dass ich schon f├╝rchte, wenn es nicht klappt mit dem bleichen Gelben, ich sehr schlecht aussehen werde!.
Dauernd klingelt das Telefon. "Findet die Wanderung statt?" Oder: "Kann ich mitkommen, auch wenn ich nicht im Harzklub bin"? "Ich komme mit dem Zug aus Minden, bin um 9:05 Uhr in Bad Harzburg warten sie auf mich"? "Sind wir bestimmt um 17 Uhr zur├╝ck"? (Was ich nicht versprechen kann). Aber auch: "Wo geht es denn hin? Das ist aber weit"! Solche und andere Fragen laufen auf. Immer h├Ąufiger klingelt unser Telefon und ich bekomme ein immer schlechteres Gewissen. Kann und will die Orchideen aber auch nicht in unsere N├Ąhe umsiedeln. Wenn die Hoffnungen nun nicht erf├╝llt werden sollten, dann----? Ich will nicht daran denken.
An die zwanzig Orchideen-Wanderer warten beim Pfennigpfeifer auf mich. Autos mit Fahrer sind genug da. Nur selbst fahren m├Âchten die wenigsten. Suchen einen etwas --Zur├╝ckgeblieben--(eine etwas sch├╝chterne Formulierung von mir f├╝r die immer Bereiten), der sie in sein Auto einl├Ądt und mitnimmt zum Parkplatz hinter Buchholz im Th├╝ringischen. Doch p├╝nktlich starten wir.
Alle f├╝nf Autofahrer finden auch den beschriebenen Parkplatz an der L2076. Nach der obligatorischen "Schuh-Anziehpause" geht es endlich los. Rechts von uns bl├╝ht der Raps, links die Zwetschen in voller Bl├╝te unter ihren Kronen gro├če Tuffs von Wiesen-Schl├╝sselblumen. Die "Pfaffenk├Âpfe", auch ein Orchideen-Standort, von Geh├Âlzen frei geschnitten, pr├Ąsentieren sich noch trostlos. Warten noch auf w├Ąrmere Maitage. Nur die gr├╝ngelben Bl├╝tenk├Âpfe der Zypressen-Wolfsmilch und kleine gelbe Horste mit Fr├╝hlings-Fingerkraut bringen Farbe in die treibenden gr├╝nen Gr├Ąser. Ein paar wenige wei├če Bl├╝tenst├Ąngel des Berg-T├Ąschelkrautes noch dazwischen. Weiter Himmelsschl├╝sselchen am Wegesrand. Weite Aussicht vom "Helmetalblick" nach Nordhausen, ├╝ber die "Goldene Aue" zur Wind- und Hainleite. Die "Glockensteine" vor dem bl├╝henden Rapsfeld lassen den Totschlag, der hier vor vielen Jahren stattgefunden hat fast vergessen.