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Ein Butterbergspaziergang am 13 Juni 2016 

1 Wiesenrand am Butterberg

Seit ein paar Tagen ist das frühsommerliche Wetter vorbei. Die hohen Temperaturen von bis zu 29 Grad C. sind verschwunden, haben kühlerer Luft Platz gemacht. Dicke Wolkenberge türmen sich auf. Mal gleißend weiß in der Sonne blitzend, im nächsten Moment rabenschwarz vorüber ziehend. Ab und an ein Tröpfeln, dem ein kräftiger Regenschauer folgt. Zwischendurch wärmen die Sonnenstrahlen die nackten Oberarme und wenn die Knie noch nicht in langer Hose stecken, auch die. Von Schafkälte wird gesprochen. Doch die Schafe am Nordhang des Butterbergs tragen noch ihr Fell, brauchen noch nicht zu frieren! Blöken trotzdem am Tag, in der Nacht.

Wir frühstücken um halb Acht auf der Terrasse. Die ist überdacht, zur Hälfte überdacht, denn gern lassen wir uns den Himmel auf den Kopf fallen. Lieben das Draußen sein. Sonst, wenn das Gras trocken, der Himmel nicht mit Regen droht, frühstücken wir hinter dem Haus auf dem Rasen. Bei Nässe, so wie Heute, auf der Terrasse.

Bald verschwindet Rita zum Schwimmen, besser zur Wassergymnastik.

Sie hat es seit längerer Zeit im Rücken und will mit den Wasserspielen, sich wieder in Form bringen. Garten gießen brauche ich nicht. Der Regen des Nachts langt für Heute. Ordne Bilder am PC, da blinzelt die Sonne durch die Wolkendecke. Sie lockt mich fort vom dem schnurrenden Kasten, sie lockt mich auf den Butterberg. Drei Minuten später, stecken meine Füße in den noch feuchten Wanderstiefeln. Die haben sich vom gestrigen Marsch durch die Bergwiesen von St. Andreasberg noch nicht wieder erholt. Tragen noch die Feuchtigkeit der Bergwiesen in sich. Für den Butterberg ist es fast schon zu spät im Jahr. Die Bäume haben ihr Blattwerk ausgebreitet, nur an wenigen Stellen geben sie noch Aussicht in die Landschaft preis. Auf dem Boden verwelken die grünen Blätter des Bärlauchs, der Wiesenkerbel ist in Samen gegangen, ebenso das Sanikel, etwas schütter blüht noch der Taumelkälberkropf. Die weiße Farbe vertritt nur noch der Holunder, die Blütenkerzen des Ligusters, auch ein paar Hartriegelblüten zeigen sich noch. Dunkelgrün die Blätter des Bingelkrautes. Sie sind die Ersten und die Letzten im Jahr die ihr Grün auf den Butterberg zeigen. Lange Wedel der Vielblütigen Weißwurz geben den Ranken des Klettenlabkrauts Stütze und Halt. Ein paar verlorene Brennnessel kokettieren auch mit ihm, lassen sich als Stützgerüst überranken.

Der Regen bringt die Pilze. Wenige zwar noch, doch sie sind wachgeküsst von der Feuchtigkeit. Der Türkenbund blüht! In diesem Jahr zahlreich! Überall zeigen sich seine steifen, beblätterten Stängel. Hellpurpurn mit dunkleren Flecken in der nickenden Blüte mit den nach oben gerollten Blütenblättern präsentieren sie sich in lockerer Rispe. Nicht alle, nur die Stärksten von ihnen. Schwache Stängel tragen auch nur ein oder zwei Blüten. Doch prächtig sind sie alle anzusehen. Dieses viele Blühen des Türkenbundes zeigt aber auch an, dass das Rehwild auf dem Butterberg fast verschwunden ist. Denn nichts lieben diese Tiere lieber zum Nachtisch, wie die Türkenbund-Knospen. Auch von den Lilienhähnchen, den kleinen roten Blattkäfern, dessen Leben an die Lilienarten gebunden ist und die davon ganze Bestände auffressen können, ist in diesem Jahr nicht all zuviel zu sehen.

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