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Der Butterberg im August 2016 

1 Nesselblättrige Glockenblume

Richtig geregnet hat es lange schon nicht mehr. Die Vegetation durstet. Die Buchenblätter haben ihre Blattspreiten zur Mittelrippe hin zusammengerollt. Senken ihre Verdunstung und Assimilationsfläche. Dadurch fallen die braunen Buchecker-Fruchtstände besonders auf. Viele hängen in diesem Jahr an den Bäumen, versprechen eine reiche Mast. Kämpfen die Buchen schon um ihr Überleben? Wilhelm Busch mit den geangelten Hühnern seiner Witwe Bolte kommt mir in den Sinn: "Und jedes legt noch schnell ein Ei und schon kommt der Tod herbei". Produzieren die Buchen zu ihrem Lebensende noch einmal so reichlich Samen um ihren Fortbestand über die nächsten Generationen zu sichern? So bieten sie ihre vielen Bucheckern den Vögeln, den Eichhörnchen den Mäusen zum Verzehr. Die schaffen aber nicht alle aufzufressen, die Klugen legen Verstecke mit Vorräten für den Winter an. Später im Jahr dann nicht wieder finden und so kann aus den vergessenen Samen eine nächste Buchengeneration heran wachsen. Zahlreiche tote Buchen stehen schon auf dem Butterberg. Buchennachwuchs macht sich rar. Zahlreiche Spitzahorne nehmen ihre Stelle ein. Die kommen wohl mit dem schleichenden Klimawandel besser zu recht als die Luftfeuchtigkeit liebenden Buchen. Die Ulmen, von denen es immer noch ein paar gibt, verlieren wohl auch ihren Kampf mit dem Ulmen-Splintkäfer, der einen Pilzparasiten ins Stammgewebe schleppt, der dann ihren frühen Tod verursacht. Kaum sind sie stark wie ein Oberarm so sterben sie am Pilzgeflecht. Noch gibt es hier wenige alte, samenbildende Ulmen die für Ulmen-Nachwuchs sorgen.
Auch die Eschen machen Kummer. Einzelne Äste werden trocken, sterben ab. In einer vom Wind zerzausten alten Esche, die starken, nach oben strebenden Äste bilden eine geräumige Astgabel, zieht einen Waschbärin ihre Jungen groß. Voller Lebensfreude erkunden die Kleinen die Krone der Esche, kehren erst zurück zur Mutter-Waschbär-Bar wenn sich Hunger einstellt. Lassen sich von mir als stillen Fotografen, nicht im geringsten stören. Höchsten fällt einmal ein kurzer Blick zu dem mit dem Fotoapparat hantierenden. Haben sich an die in kurzer Nähe vorbei ziehenden Wanderer, den Radfahren, den mitgeführten Hunden, an und ohne Leine gewöhnt. Wahrscheinlich vertrauen sie auf die Erfahrung ihrer Mutter: "Die Schlafmützen, die da unten vorüber hasten sehen uns hier oben in der Krone der Esche sowieso nicht. Wer hebt von denen schon einmal seinen Kopf, betrachtet das Geäst der Bäume, sieht uns"?
Am Kammweg stehen fast vertrocknete Nesselblättrige Glockenblumen. Hat die Trockenheit ihr sonst so schönes  "Blau" aus der Blüte gezogen?

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