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 Ein Pfiff bringt uns zum Stehen. Weit ist der Trupp auseinander gezogen. Beim Warten zieht Dr. Welke vorbei, bildet selbst die Spitze. Wartet später im Schatten der Fichten auf dem Plateau der Schalke auf seine Schäfchen. Der Wind zieht kalt über die Kuppe. "Bitte, in der Sonne lässt es sich besser warten" spreche ich ihn an. "Richtig, so machen wir's" seine Zustimmung. Der Kreis um ihn schließt sich. "Hier oben auf der Schalke waren die Franzosen Zuhause. Jahre lang stand hier oben eine Horch- und Ãœberwachungsstation der Französischen Armee. Im Rahmen der Nato eingebunden in eine Verteidigungslinie in einem Krisenfall zwischen Ost und West. Jetzt ist alles abgeräumt, verschwunden, die Schalke hat ihre Einsamkeit wieder". Nicht wortwörtlich wiedergegeben seine Worte, doch so habe ich sie verstanden. Der eiserne Aussichtsturm des Harzklubs hat seinen alten angestammten Platz zurückbekommen. Noch während die Erklärungen des Schalke Gipfel andauern, seilen sich Grüppchen ab, ersteigen das 3m hohe Türmchen. Dr. Welke hat ein Einsehen, folgt dem Geschwader der Turmbesteiger, wird selbst einer. Nur die Ängstlichen, die, die der Statik des Turms nicht das Vertrauen schenken, warten unten im Windschatten der Schutzhütte. So einen Ansturm Schauender hat unser Türmchen bestimmt noch nicht erlebt. Als die ersten vom kalten Wind herunter Geblasenen, wieder absteigen, steigt der Rest auch hinauf. Alle möchten ganz oben gewesen sein, gesehen haben was der Turm mehr bieten kann als die Kuppe drei Meter tiefer. Nach Ost-Süd-Ost erweitert sich der Blick ein wenig von der erhöhten Warte. Der Brocken kommt besser ins Bild, rechts davon der Königsberg, davor heben sich die Sendemasten vom Torfhaus vor den dunklen, mit hellen Schneeflecken durchzeichneten Fichtenwäldern ab.  Die Altenauer Wiesenflecken, Hausdächer, die Wohntürme unter dunklen Wolken. Die Zellerfelder Hochfläche ist hinter den hochgewachsenen Fichten verschwunden, nichts mehr zu sehen davon von unserer erhöhten Warte. Der Turm müsste jährlich mit den Fichten gemeinsam in die Höhe wachsen. So ist der Blick nach Süden, zum Zellerfelder Revier durch leicht beschneite Fichten versperrt.
Wir steigen ab von der eisernen Warte. Verkrümeln uns hinter der Schutzhütte, denn der kalter Hauch des Windes der nun über die Höhe der Schalke zieht bringt uns ins frösteln. "Am besten, wir machen heute Schluss mit unserer Exkursion, hat doch eine Menge Zeit gekostet unser Ausflug bis hier. Bis zur Dämmerung dauert es nicht mehr lange. Vor der Dunkelheit möchte ich wieder bei den Fahrzeugen sein", so versucht Dr. Welke uns zu überreden den Heimweg anzutreten. Ich bin irritiert, was soll das? Hierher hätten wir auch allein rennen können, sind wir nicht gekommen um den Oberen Schalker Graben kennen zu lernen? Für so einen kurzen Ausflug hat sich die Anreise aus Osterode, Goslar, Braunschweig, Salzgitter oder Bad Harzburg ja wahrhaftig nicht gelohnt. Wir wollen zum Oberen Schalker Graben und Dr. Welke muss mit. Der saust auch vorweg, den Tross der leicht Frierenden hinter sich herziehend. Rechts den Stadtweg hinunter, links den Abzweig Richtung Festenburg nehmend. Immer wieder auf sein Garmin schauend rennt Dr. Welke vor uns her. "Der ist ja ganz blümerant" murmelt ein Herr vor mir. "Ist bestimmt schon lange nicht mehr hier gewesen, ist die Strecke nicht vorgelaufen und mit so einem Tross im Nacken ist es nicht einfach, da kann man schon unruhig werden" erwidere ich. Holzeinschlag, aufgewühlte Waldfläche, Wasser steht in den Fahrrillen der Erntemaschinen, ist mit dünnem Eis überzogen. Aufgeschichtete Baumstämme am Wegesrand. Dr. Welke tänzelt mit seinem Garmin in der Hand umher. Sucht dort,- ein wenig tiefer,- etwas höher, ist ratlos.

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