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1 Zum Gedenken

Nur eine Grüppchen von uns macht sich auf den Weg dem Rundweg zu folgen, der nun mit Treppenstufen durchsetzt schmaler werdend zur Höhe führt. Eingravierte deutsche Schriften im Gestein, manchmal zu Madallions ausgearbeitet.  Immer neue Ausblicke auf seltsame Felsgestalten. Die hohen schmale Säulen des Fräuleins, der Braut, die wuchtige ihres Liebhabers daneben werden als "Liebespaar" gedeutet. Zu ihren Füßen die Gedenkplatten ihrer verunglückten Besucher. Ja, Liebende sollte man nicht stören, die Reaktion des Bräutigams sind nicht berechenbar. Ein Stichweg zeigt das "Große Panorama". Dies verschwindet fast gänzlich hinter dem Blattwerk der großen Laub- und Nadelbäume. Dagegen zeigt sich der "Bürgermeister"  im Dauergespräch mit seiner "Bürgermeisterin" von dem umgebenen Trubel völlig unbeeindruckt. Die eiden befinden sich im ehelichen Dauergespräch. Nur hörten wir davon nichts, geht wohl in den schnatternden Gesprächen ihres Fußvolkes das an ihnen vorbei strömt, unter. Eine steile abfallende, rucksackbreite Enge bringt uns zum Echoplatz. Doch das Echo hat beschlossen zu schweigen. Vielleicht antwortet es auch nur mit unhörbarer leiser Stimme oder es versteht unser deutsche Sprache nicht mehr, vielleicht antwortet es ja nur auf Waldhörnern und Böllerschüsse! Wer weis es. Mit beiden können wir nicht aufwarten. So schlendern wir weiter, wieder vorbei am Bier- oder Henkelkrug. Zwei Kletterer  bemühen sich ihn zu besteigen. Ein kurzer Moment des Schauens, dann meldet sich der Durst. Doch die Tschechen wissen was gewünscht wird. Gleich neben dem Ausgang wartet ein Biergarten auf uns. Das Glück einen angewärmten Platz kurz vor weiteren Anwärter zu erwischen ist uns holt. So hocken wir mit mindestens unserer halben Bustruppe, die die Tische bevölkert und genießen das Pils aus Pilsen.
Weiter geht unsere Reise nach Braunau zu einem deutschen Friedhof mit wundersamen Grabsteinen und einer noch wundersameren Holzkirche, die teilweise aus dem Jahr 1449 stammen soll. Nicht nur ihr Äußeres ist beeindruckend, ihr Inneres grenzt an ein Zeitenwunder, einschließlich der Küsterin die hier für den Eintrittskartenverkauf zuständig ist. Diffuse Sonnenstrahlen zeigen das Altgewordene, geben dem Kirchenraum eine geheimnisvolle Stimmung und Optik. Die Krone über Allem ist und bleibt aber die alte Dame mit ihren Eintrittskarten. Der Dreiklang: Friedhof, Holzkirche, die alles bewachend alte Dame bleibt unvergessen. Vor der Kirche mühen sich zwei Arbeiter alte deutsch beschriebene Grabplatten neu auszurichten.  Hier wird das Vergangene, die steinernen Zeugen der Verstorbenen erhalten, ja geschätzt. Während auf unseren Friedhöfen die alten Grabsteine geschräddert oder einfach im Dunklen verschwinden. Hier in Braunau wird die alte deutsche Friedhofskultur noch in Ehren gehalten. Schon deswegen wird der Besuch hier zur Pflicht! Sollte es wenigstens.
Eine Rundreise um und durch Braunau ist angesagt, weil der Parkplatz unter Burg und Schloss verpasst wird. So sehen wir das gewaltige Ensemble  von allen Seiten. Eine prächtige Anlage hoch auf einem Hügel über dem kleinen Fluss. Die "Gesichtsseite" neu gestrichen, die Rückseite noch im angegriffenen Altzustand. Ein privater Rundgang durch die schöne Anlage. Ein großer Rest der Truppe frönt dem Kaffee, dem Kuchen, dem Eisbecher in einer Pizzeria am Markt. Dort landen wir später auch. Müßiggang hat auch seine schönen Seiten!
Pechschwarze Wolken türmen sich auf, verdunkeln den Himmel. Wind, unterstützt von einzelnen dicken Regentropfen, fegt unsere kleine Gesellschaft in den Bus.
Der einzige der sich noch abmüht der eingetretenen regnerischen Dunkelheit zu trotzen ist Marco, unser Fahrer. Der Rest lässt die Augenlider runter. Öffnet sie nur kurz  bei grellem Blitz und lautem Donner. So schaukeln wir im Regen wieder zurück zu unserem Quartier  in Spindlermühle.
            
Otto Pake
 

11 Schoss Braunau

12 Markt

13 Gewitterwolken

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