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1. Mondviole

2. Vielbl├╝tige Weisswurz

3. Ährige Teufelskralle

4. Hopfenklee

5. Ruprechtskraut

6. Sch├Âllkraut

7. Gamander Ehrenpreis

8. T├╝rkenbund, Knospen

9. Ahrige Teufelskralle

!0. Nickendes Leimkraut

11. Besenginster

Ein Spaziergang... im Mai ├╝ber den Butterberg. 

 Der Mai l├Ąst seine Muskeln spielen; mit frostigen N├Ąchten begr├╝├čt er uns! Teilweise schl├Ągt er hart zu und vernichtet die durch den sonnigen, warmen April zarten frischen Austrieb der zu neugierigen Bl├╝tenpflanzen. ├ťber Nacht sind die letzten Schlehenbl├╝ten schwarz, Eichen-, Buchen- und frische Eschenbl├Ątter erfroren.
Der April hat mit seinen Temperaturen den Laubaustrieb vorverlegt, hat dem Mai die Schau gestohlen. "Maigr├╝n" muss in diesem Jahr in  "Aprilgr├╝n" ge├Ąndert werden.
Verschiedene alte Eschen haben sich nicht vom April verf├╝hren lassen, bl├╝hen zwar, doch mit dem Laubaustrieb sind sie noch zur├╝ckhaltender als die Eichen. Danach wird es in diesem Jahr nach alter Volkswahrheit eine "Gro├če W├Ąsche" geben. Regen k├Ânnen wir aber auch dringend gebrauchen, was der April uns versagte, muss nun der Wonnemonat ├╝bernehmen!
Trockenheit herrscht, doch ist wohl noch Bodenfeuchte vorhanden, denn alle Gr├Ąser, Blumen, Str├Ąucher und B├Ąume zeigen noch keine Trockenheitssymptome.
Alles ist gr├╝n, nur ein leichter Anflug von gelb legt sich schon ├╝ber Lerchensporn und Scharbockkraut, hier werden schon die Assimilate in den Knollen gespeichert, um die Kraft f├╝r das n├Ąchste Fr├╝hjahr zu haben. Bald sind ihre Bl├Ątter verschwunden, vergangen. W├Ąhrend das Scharbockskraut seine Vermehrung weitgehend auf seine Brutkn├Âllchen verlegt hat und seine Verbreitung mehr dem Wasser ├╝berl├Ąsst hat sich der Lerchensporn, wie auch das Veilchen etwas besonderes einfallen lassen wie sie unter die Leute kommen, wie sie sich verbreiten k├Ânnen. Ein s├╝├čes Anh├Ąngsel an ihrem Samen lockt die Ameisen an, die schnappt sich das und tr├Ągt es samt Samen Richtung Bau. Unterwegs kommt ihr dann in den Sinn das das s├╝├če Anh├Ąngsel ohne das Samenkorn ja entschieden leichter zu transportieren ist, kaut das Anh├Ąngsel ab und l├Ąst den Samen liegen. Man wundert sich manchmal an welchen Stellen Veilchen, Lerchensporn und auch das Sch├Âllkraut, das eine ├Ąhnliche Strategie betreibt, wachsen.
Mit wei├čen Bl├╝ten, wie frisch gefallender Schnee, ├╝berzieht der B├Ąrlauch (Allium ursinum) den Nordhang. Dazwischen behaupten sich die rote und die gelbe Taubnessel, ein paar gelbe Tupfer des "Wolligen Hahnenfu├č"(Ranunculus lanuginosus) und ein ansehnlicher Bestand der Mondviole ├╝berragen die wei├če Pracht! 
Die Mondviole (Lunaria rediviva) tr├Ągt ihren Namen von den Halbmond ├Ąhnlichen Fruchtschoten und ihrem n├Ąchtlichen Veilchenbl├╝tenduft mit der sie zur ihrer Best├Ąubung Nachtfalter und sonstige nachtaktive Insekten anlockt.

T├╝rkenbund schiebt schon Knospen, ihre Bl├╝te beginnt in der Regel Ende Mai. F├╝r Rehe sind sie ein gefundenes Fressen, sozusagen eine besondere Delikatesse, ein Nachtisch. Viele Rehe gleich wenig bl├╝hender T├╝rkenbund!  

In den Gesteinritzen und auch am Waldsaum ├Âffnen das Nickende Leimkraut (Silene nutans) ihre grazilen wei├čen Bl├╝tchen. Beim Ber├╝hren sp├╝rt man ihre Klebrigkeit.

Auch die Nesselbl├Ąttrige- und die Pfirsichbl├Ąttrige Glockenblume (Campanula trachelium - C. persicifolia) sind schon kniehoch. Der Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris) ├Âffnet seine wei├čen Doldenbl├╝ten. Die Vielbl├╝tige Weisswurz (Polygonatum multiflorum) ist mit seinen wei├čen H├Ąngebl├╝ten in Hochform.
Aronstab (Arum maculatum) hat seine gr├╝ne Spatha ge├Âffnet, der r├Âtlich-braune Kolben den sie umschloss, die Fliegenfalle ge├Âffnet. Die kleinen Fliegen rutschen an dem duftenden Kolben ab, gelangen durch eine Reuse, die gr├Â├čere Fliegen drau├čen l├Ąsst, in den umh├╝llten Raum der Samenanlage. Hier werden sie von den oben sitzenden m├Ąnnlichen Bl├╝ten mit klebrigem Bl├╝tenstaub versehen, die ├Âlhaltige Substanz die den Pollen tr├Ągt dient ihnen als Nahrung.  Haben sie schon Fremdstaub ÔÇ×geladenÔÇť best├Ąuben sie mit ihren Geschwirre die unten sitzenden die Narben. Im Kessel herrschen zu dieser Zeit Temperaturen bis zu 40ÔÇÖC., also weit ├╝ber der n├Ąchtlichen Au├čentemperatur. Am Morgen erschlafft der Kesselverschluss und alle Gefangenen k├Ânnen wieder ins Freie. Besuchen einen neuen Kessel, wo sich dann das alles wiederholt.
Hat alles geklappt erfreuen uns im Herbst die roten, gl├Ąnzenden, jedoch giftigen  Samenst├Ąnde.
Ruprechtskraut (Geranium robertianum) leuchtet rosenrot an allen Ecken, selbst auf den Wurzelteller gefallener B├Ąume hat es sich breit gemacht. Zerquetscht man ein Blatt davon mit den Fingern verstr├Âmt es einen widerlichen Geruch, darum hei├čt es allerw├Ąrts: Stinkender Storchschnabel.

Am Wiesenrand bl├╝ht strahlend gelb der Goldregen. Ein aus dem Garten gefl├╝chteter  Zierbaum. Sch├Ân anzusehen, besonders gef├Ąhrlich wen die Schoten reif werden. Sie werden gern f├╝r Erbsen gehalten. Verzehrt ein Mensch sie kann es durch das vorhandene starke Gift (Cytisin) zu Ateml├Ąhmungen kommen. Schon das Lutschen an den Bl├╝ten, was bei Kindern sehr beliebt ist kann t├Âdlich sein. Die H├╝lsen springen bei Reife auf und verstreuen so den Samen. Auch Tiere tragen zur Verbreitung bei.

Hornklee (Lotus cornicalatus) und Hopfenklee (Medicago lupulina) bl├╝hen am Rand der Wiese am Geh├Âlzsaum.
Gelblich-wei├č und walzenf├Ârmig erscheint die Bl├╝te der ├ährigen Teufelskralle (Phyteuma spicatum). Sie geh├Ârt zu den Glockenblumengew├Ąchsen. Aber nichts da mit Glocken, die Einzelbl├╝ten sind krallenartig nach oben gebogen. Reife Samen besitzen Widerhaken die sich im Haarkleid der Tiere verhaken und so verteilt werden. Die Teufelskralle hat zwar einen gef├Ąhrlich klingenden Namen,  doch sind alle Pflanzenteile essbar. Selbst die Bl├╝te kann man roh verzehren, sie schmeckt leicht nach Haselnuss. Die Bl├Ątter werden als "Waldspinat" zubereitet und selbst das Rhizom, in der Erde wird f├╝r einen Gallenstein verhindernden bzw. aufl├Âsenden Tee verwendet.

Der Gamander- Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) mit  blauer Bl├╝te und wei├čem Schlund sind oft zu finden. Sie werden von Fliegen, Bienen und Tagfaltern best├Ąubt. Ihre Fr├╝chte sind wie eine kleine Schale ausgebildet und bei Regen schwimmen sie dann wie kleine Kanus davon, nur von Str├Âmung und den fallenden Regentropfen gesteuert. Dazu kommt auch noch Wind- und Ameisenverbreitung.
Pfl├╝ckt man sie ab verlieren sie sogleich die Bl├╝ten, was ihnen auch den Namen "M├Ąnnertreu" eingebracht hat. Das hei├čt pfl├╝ckt man diese Sch├Âne, wird sie unansehnlich und ihr Reiz ist schon verflogen. Nur da wo sie hingeh├Ârt beh├Ąlt sie ihren Liebreiz. Wenn das System auch bei uns Menschen funktionieren w├╝rde, w├Ąre manche Sch├Ânheit l├Ąngst vergangen. Ist das nun positiv oder negativ zu bewerten? 
Der Ehrenpreis ist ├╝ber diese Dinge erhaben, er erfreut mit seiner kleinen Lieblichkeit das Auge und mit seinen Wirkstoffen den Leib. Seinen Namen soll er aus dem Lateinischen bekommen haben. ├ťbersetzt etwa: "das wahre einzige Heilmittel". Es hei├čt er hilft gegen Blitz und Hexen, heilt Wunden und besiegt die Pest, auch bei Augenkrankheiten einschlie├člich des Gerstenkorns ist er hilfreich. Etwas in Vergessenheit geraten ist das schon, doch wie so oft, Glaube versetzt Berge. Also achten wir den Ehrenpreis, wenn auch manche Arten seiner Gattung zu den l├Ąstigsten Gartenunkr├Ąutern geh├Âren. Lassen wir das "un" weg, sagen wir zu seiner Ehre Gartenkraut und rei├čen es trotzdem raus.

Ja unser Butterberg hat schon was!    

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